Rosemarie Hesse (1947-2004)

Rosemarie Hesse, geboren am 30. Mai 1947, wuchs, wie schon ihre Mutter Annemarie Kauter, im Haus der Familie in Altfreimann auf. Nach dem Abitur studierte sie an der Pädagogischen Hochschule München. In der Lehramtspraxis, zuletzt als Rektorin an der Bernaysschule, und als Referentin am Staatsinstitut für Schulpädagogik und Bildungsforschung entwickelte sie maßgebliche Unterrichtskonzepte für Deutsch als Zweitsprache und interkulturelle Erziehung.

 

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit und ihrer Familie engagierte sie sich Ende der 1980er Jahre in der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Münchner Norden“.  Als Pläne bekannt wurden, dass das bahneigene Gelände der historischen Villa an der Situlistraße mit dem schönen alten Baumbestand im Park neu bebaut werden sollte, setzte sie sich auf Anregung ihrer Mutter für den Erhalt dieses ehemaligen Gutshofs und seine öffentliche Nutzung, die heutige Mohr-Villa, ein.

Trotz schwerer Krankheit trieb sie das Projekt mit großer Energie voran. 

Erste Informations-Veranstaltungen fanden im Herbst 1989 statt, Unterschriften wurden gesammelt, ein Arbeitskreis und ein Förderkreis gegründet, schließlich 1992 ein gemeinnütziger Verein, dessen geschäftsführende Vorsitzende Frau Hesse bis 2001 blieb.

 

Mit einem schlüssigen Konzept für eine bürgerschaftliche Nutzung gelang es ihr und ihren Mitstreiter*innen im Mohr-Villa Freimann e.V., die maßgeblichen Vertreter der Stadt München zum Kauf des Anwesens zu bewegen. 1993 konnte der Betrieb im Stadtteilzentrum Mohr-Villa eröffnet werden, zunächst im Nebengebäude, ab 2001 nach dessen Renovierung auch im Hauptgebäude.

 

Im Jahr 2000 erhielt Rosemarie Hesse für ihr Engagement um die Mohr-Villa die Auszeichnung „München leuchtet“.

 Mit 57 Jahren erlag sie am 15.11.2004 ihrer schweren Krankheit.