Anna Weiß | 1848 - 1924
wohnte mit ihrem Mann – einem Schuhmacher – und ihren vier Kindern in der Mühlenstraße (heute Floriansmühlstraße) in kargen Verhältnissen. Da es in Freimann mehrere Schuster gab, war es schwierig in diesem Beruf ein Auskommen zu finden und eine Familie zu ernähren. Die Eheleute Weiß mussten weitere Gelegenheit des Gelderwerbs wahrnehmen.
Anna Weiß war als „Seelnonne“ der Gemeinde tätig. Sie wusch die Verstorbenen und richtete sie zur Beerdigung her. Diese Aufgabe war damals für Frauen eine Möglichkeit, ein zusätzliches Einkommen zu erarbeiten. Die Tätigkeit wurde mit einigen Mark je Leiche bezahlt. In Freimann kam es pro Jahr durchschnittlich zu zehn Todesfällen.
Die Einkünfte, die Anna Weiß als Seelnonne erwirtschaften konnte, blieben also bescheiden und doch waren sie für die Familie bedeutsam, vor allem in Zeiten als ihr Mann wegen „ungeeignetem Benehmen“ zeitweise die zusätzliche Anstellung als Gemeindediener verlor.


